Beim jährlich ausgeschriebenen Wortsegel-Schreibwettbewerb zur Förderung des kreativen Schreibens haben unsere Schüler*innen des 3. und 4. Schuljahres mit großem Erfolg teilgenommen.
In der Altersgruppe 1 (3./4. Schuljahr) belegte Lumi Ademi den 1. Platz und Paul Haupenthal wurde 3. Sieger. Die Beiträge von Marie Mayr, Emma Spengler und Kali Göttelmann gehörten zwar nicht zu den Preisträgern, wurden aber in eine Broschüre mit ausgewählten Gedichten aufgenommen.
Im Unterricht setzten sich die Schüler*innen mit einem Zitat des Schriftstellers Theodor Fontane auseinander: „Mir ist, als müsst ich durch die Lüfte fliegen, als würde mir die Freude Flügel borgen“ Die Kinder lernten Redewendungen zu Gefühlen kennen, fanden Metaphern und untersuchten Gedichte nach verschiedenen Gesichtspunkten wie beispielsweise dem Reimschema. Ihre eigenen Ideen zu verschiedenen Gefühlslagen setzten sie dann in freier oder vorgegebener Gedichtform kreativ um. Lumi und Paul wählten „Wut“ als Thema für ihre Texte.
1.Platz: Lumi Ademi

Meine rote Wut

Mir ist, als müsst ich explodieren,
die Wut wird mir zu groß.
So groß.
Es kocht.
Es pocht.
Die Wut
platzt raus.
Ich stampfe.
Ich schreie.
Rot wird mein Gesicht.
Die Wut zerreißt mich
wie ein Stück Papier.
Ganz leicht.
Die Fetzen gleiten zu Boden.
Ganz seelenlos.
Still liege ich da.

 

3. Platz: Paul Haupenthal

Der Ausbruch

Mir ist, als würde ich in grimmige Augen schauen,
als hätte ich Kraft, Wände zu durchhauen.
Die Angst ist ein Nichts.
Die Wut will mich packen.
Ich versprühe Gift.
Die Finger – sie knacken.

Mir ist, als würde ich alte Erzfeinde sehen,
als könnte ich nur noch die Pauke verstehen.
Ich hör nur noch Brüllen,
das Blut in mir pocht.
Schweiß ist am Rinnen.
Fröhlichkeit hab‘ ich noch nie gemocht.

Mir ist, als würde ich im Tornado schwimmen,
als könnt‘ ich die gefährlichsten Klippen erklimmen.
Bin ich zu retten?
Es kribbelt im Bauch.
Glühende Ketten-
Das Böse kennen viele – ich auch.

Mir ist, als könnt‘ ich nur rot erkennen,
als würde ich den Hass zum Schönen ernennen.
Das Wutmonster in mir lebt,
ist aufgewacht in mir drin.
Unerbittlich mein Körper bebt.
Ich bin nicht mehr der, der ich bin.

Nun bin ich leer
und kann nicht mehr
Ich gehe langsam,
ich gehe schwer
Kann mir jemand helfen?
Ich weiß es nicht mehr.